Woher nehmen wenn nicht stehlen…

Spare in der Zeit so hast du in der Not. Wieder einmal eines dieser Sprichwörter, die sicherlich belächelt werden können aber doch so viel Wahres in sich tragen.

Wenn ich Einkommen habe, kann ich es verbrauchen oder einen Teil zurücklegen für eine Zeit, in der mein Einkommen ausfällt oder zumindest geringer ausfällt. Letztlich geht es um die Wahrung eines gewünschten Lebensstandards. Nun ist beim Sparen aber ein Thema von entscheidender, grundlegender Bedeutung: es ist dann wirksam, wenn es langfristig und kontinuierlich erfolgt.

Beispiel. Um 100.000 Euro Guthaben zu haben muss ich (mal den Zins- und Zinseszinseffekt nicht ganz so exakt berücksichtigt) z.B. 20 Jahre lang jeden Monat 400 Euro Sparen, oder 40 Jahre lang jeden Monat 200 Euro… Wohl dem, der sich einen solchen Betrag leisten kann. Dann sind es aber „nur“ 100.000 Euro, die ich im Ruhestand „verpulvern“ kann. Oder anders gesagt: wenn ich mir vornehme künftig von 1.000 Euro zu leben reicht das Geld etwa für 100 Monate oder knapp 8 Jahre… gar nicht mal so lange.

Also, über die Notwendigkeit des Sparens spreche ich ein andermal. Hier nur soviel: wer Spart hat in der Not! Wer viel haben will, muss erstaunlich viel sparen…

Staatsschulden als Umverteilungsmaschine

Staatsschulden erzeugen bedeutet vereinfacht gesagt, dass der Staat jemand finden muss, der ihm Geld leiht. In aller Regel sind dies Personen oder Institutionen (Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, etc.), die über entsprechende Mittel verfügen und für das Ausleihen eine Vergütung in Form von z.B. Zinsen verlangen.

Deutschland z.B. finanziert sich vorwiegend aus Krediten von Banken, Versicherungen, Pensionsfonds sowie durch am Kapitalmarkt plazierte Schuldverschreibungen. Die notwendigen Zinsen werden im Regelfall aus den üblichen Steuereinnahmen (und hoffentlich nie durch neue Schulden) geleistet. Tatsächlich ist es sogar so, dass Deutschland einen enormen, steigenden Anteil der Staatsausgaben und somit der Steuerverwendung für die Zinszahlungen auf bestehende Schulden verwendet. Es ist sicherlich eine spannende Frage in diesem Kontext, wie hoch oder vielmehr tief die Steuern sein könnten, wenn der Staat keine/geringere Zinszahlungen zuleisten hätte?

Warum aber Umverteilungsmaschine?

Alle tragen über Steuern (nicht nur Einkommenssteuer, sondern auch über Mehrwertsteuer, Kraftstoffsteuer, etc.) dazu bei, dem Staat die Mittel zu geben, um Zinsen auf ausstehende Schulden leisten zu können. Die Zinsen werden jedoch von nur wenigen Personen und Institutionen eingenommen, nämlich von jenen, die sich Staatsanleihen leisten können. Defakto eine Umverteilung nach oben.