Staatsschulden als Umverteilungsmaschine

Staatsschulden erzeugen bedeutet vereinfacht gesagt, dass der Staat jemand finden muss, der ihm Geld leiht. In aller Regel sind dies Personen oder Institutionen (Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, etc.), die über entsprechende Mittel verfügen und für das Ausleihen eine Vergütung in Form von z.B. Zinsen verlangen.

Deutschland z.B. finanziert sich vorwiegend aus Krediten von Banken, Versicherungen, Pensionsfonds sowie durch am Kapitalmarkt plazierte Schuldverschreibungen. Die notwendigen Zinsen werden im Regelfall aus den üblichen Steuereinnahmen (und hoffentlich nie durch neue Schulden) geleistet. Tatsächlich ist es sogar so, dass Deutschland einen enormen, steigenden Anteil der Staatsausgaben und somit der Steuerverwendung für die Zinszahlungen auf bestehende Schulden verwendet. Es ist sicherlich eine spannende Frage in diesem Kontext, wie hoch oder vielmehr tief die Steuern sein könnten, wenn der Staat keine/geringere Zinszahlungen zuleisten hätte?

Warum aber Umverteilungsmaschine?

Alle tragen über Steuern (nicht nur Einkommenssteuer, sondern auch über Mehrwertsteuer, Kraftstoffsteuer, etc.) dazu bei, dem Staat die Mittel zu geben, um Zinsen auf ausstehende Schulden leisten zu können. Die Zinsen werden jedoch von nur wenigen Personen und Institutionen eingenommen, nämlich von jenen, die sich Staatsanleihen leisten können. Defakto eine Umverteilung nach oben.