Makroökonmie

Herzlich Willkommen in der wunderbaren Welt der Makroökonmie

Der Staat Griechenland lebt Defizitär. Der Staat nimmt weniger Geld ein, als er ausgibt. Mit jedem neuen Tag nimmt dieses Defizit zu. Geschlossen wird das Defizit auch über Kredite (Staatsverschuldung). Nun möchte niemand mehr Geld leihen, oder zumindest nur zu einem erheblichen Zinssatz, der wiederum aus den laufenden Einnahmen nicht erwirtschaftet werden kann. Auf weite Sicht wird sich die Situation nicht ändern.

Neben einer Insolvenz gibt es im Grunde zwei Wege, mit dieser Situation umzugehen.

  1. Ausgaben so weit reduzieren, dass gleich viel oder besser mehr eingenommen als ausgegeben wird
  2. Einnahmen so stark steigern, dass die Ausgaben mit den Einnahmen gegenfinanziert sind

Also, was tun? Sparen hilft schnell, limitiert aber erheblich die wirtschaftliche Leistung und somit die Lebensgrundlage vieler Griechen und wirkt auf die Volkswirtshaft recht ähnlich wie das Steigern der Einnahmen – dem Volk bleibt weniger zum Konsumieren und zum Investieren. Die Wirtschaft wird (noch) weiter gebremst, Steuereinnahmen sinken ebenso weiter und die Spirale dreht sich…

Egal welcher Weg eingeschlagen wird, die Griechen werden/müssen leiden. Wirkt da eine Insolvenz nicht irgendwie gerechter. Alle sind pleite und dürfen danach einen gemeinsam Neuanfang wagen – sicher zu nicht einfachen Konditionen, dennoch mit einer klaren Richtung? Vielleicht werde ich das Thema Insolvenz noch mal genauer ausbreiten. Die Insolvenz ist aber sicher die Methode, welche dem Betroffenen die besten Mittel anbietet, mit der schmerzhaften, zum Teil unheilbaren Vergangenheit aufzuräumen.

Also, kann mir nun jemand sagen, warum die Griechen ausgerechnet eine Kombination aus oben vorgestellten Wege gehen muss? Hat doch hoffentlich nichts damit zu tun, dass wir lieber die Griechen leiden lassen als unsere privaten Investoren?

Wetten auf die Pleite…

Das vielzitierte und so gute Beispiel: Darf ich mir eine Versicherung kaufen, die dann zahlt, wenn das Haus meines Nachbarn abbrennt? Falls ja, wie gross ist mein Wunsch, dass der Versicherungsfall auch tatsächlich eintritt?

Wieso werden immer noch so viele griechische Staatsanleihen gehandelt, wo doch (fast) alle Welt glaubt, dass das Land kaum in der Lage sein wird, die Schulden jemals zu begleichen?

Naja, ganz einfach, weil man sich gegen einen solchen Totalausfall tatsächlich versichern kann. Ich kaufe eine Versicherung die dann einspringt, wenn der Schuldner (also z.B. Griechenland) nicht in der Lage sein sollte, seine Schulden zu begleichen. Diese Versicherungen werden am Finanzmarkt CDS genannt – Credit Default Swaps.

Nun muss man sich das in etwa so vorstellen:

Ich kaufe mir heute eine Griechenanleihe, die bei sagen wir 40% notiert wird (also zu etwa 40% des Nominalwertes an der Börse gehandelt wird) und kaufe mir im gleichen Atemzug eine CDS Ausfallversicherung. Läuft alles gut, erhalte ich bei Fälligkeit der Anleihe 100% Nominalwert zurück. Läuft es schlecht erhalte ich den Gegenwert von der Versicherung. In beiden Fällen ein gutes Geschäft.

Ausser, die Politik setzt sich durch und beteiligt, wie so oft versprochen, die privaten Gläubiger an der Schuldenkrise in Griechenland. Aber glaubt denn jemand daran?

Ach ja, man kann sich eine solche Versicherung auch dann kaufen, wenn man selbst gar keine Anleihen besitzt (vergleiche Beispiel oben). Bin ich nun böse wenn ich behaupte, dass da einige Zocker rumlaufen, die heftig gerne sehen möchten, dass Griechenland abbrennt oder gar selbst das Feuer legen?