Woher nehmen wenn nicht stehlen…

Spare in der Zeit so hast du in der Not. Wieder einmal eines dieser Sprichwörter, die sicherlich belächelt werden können aber doch so viel Wahres in sich tragen.

Wenn ich Einkommen habe, kann ich es verbrauchen oder einen Teil zurücklegen für eine Zeit, in der mein Einkommen ausfällt oder zumindest geringer ausfällt. Letztlich geht es um die Wahrung eines gewünschten Lebensstandards. Nun ist beim Sparen aber ein Thema von entscheidender, grundlegender Bedeutung: es ist dann wirksam, wenn es langfristig und kontinuierlich erfolgt.

Beispiel. Um 100.000 Euro Guthaben zu haben muss ich (mal den Zins- und Zinseszinseffekt nicht ganz so exakt berücksichtigt) z.B. 20 Jahre lang jeden Monat 400 Euro Sparen, oder 40 Jahre lang jeden Monat 200 Euro… Wohl dem, der sich einen solchen Betrag leisten kann. Dann sind es aber „nur“ 100.000 Euro, die ich im Ruhestand „verpulvern“ kann. Oder anders gesagt: wenn ich mir vornehme künftig von 1.000 Euro zu leben reicht das Geld etwa für 100 Monate oder knapp 8 Jahre… gar nicht mal so lange.

Also, über die Notwendigkeit des Sparens spreche ich ein andermal. Hier nur soviel: wer Spart hat in der Not! Wer viel haben will, muss erstaunlich viel sparen…

Staatseinnahmen

Nun ist es also amtlich, naja, wieder mal amtlich. Die deutschen Steuereinnahmen in 2012 werden so hoch wie noch nie, schon wieder. Der Staat schwimmt im Geld und das Vorkrisenniveau ist schon erreicht (Steueraufkommen seit 1950).

Und unser Finanzminister, wohl aber eher unsere Regierung möchte sich dafür feiern lassen, dass wir nur 10 Mrd. Euro Neuverschuldung in 2012 planen. Neu! Das bedeutet zusätzlich!

Warum ist das so?

Wo genau liegt das Problem, unsere Ausgaben so zu organisieren, dass die enormen Steuereinnahmen ausreichen? Kann oder will das keiner?

Dazu kommt dann wohl auch wieder, dass die selben Herren, die unseren Haushalt unter sich haben von den Griechen im Grunde etwas ganz anderes fordern…

I am lost! Please help me to better understand.

Makroökonmie

Herzlich Willkommen in der wunderbaren Welt der Makroökonmie

Der Staat Griechenland lebt Defizitär. Der Staat nimmt weniger Geld ein, als er ausgibt. Mit jedem neuen Tag nimmt dieses Defizit zu. Geschlossen wird das Defizit auch über Kredite (Staatsverschuldung). Nun möchte niemand mehr Geld leihen, oder zumindest nur zu einem erheblichen Zinssatz, der wiederum aus den laufenden Einnahmen nicht erwirtschaftet werden kann. Auf weite Sicht wird sich die Situation nicht ändern.

Neben einer Insolvenz gibt es im Grunde zwei Wege, mit dieser Situation umzugehen.

  1. Ausgaben so weit reduzieren, dass gleich viel oder besser mehr eingenommen als ausgegeben wird
  2. Einnahmen so stark steigern, dass die Ausgaben mit den Einnahmen gegenfinanziert sind

Also, was tun? Sparen hilft schnell, limitiert aber erheblich die wirtschaftliche Leistung und somit die Lebensgrundlage vieler Griechen und wirkt auf die Volkswirtshaft recht ähnlich wie das Steigern der Einnahmen – dem Volk bleibt weniger zum Konsumieren und zum Investieren. Die Wirtschaft wird (noch) weiter gebremst, Steuereinnahmen sinken ebenso weiter und die Spirale dreht sich…

Egal welcher Weg eingeschlagen wird, die Griechen werden/müssen leiden. Wirkt da eine Insolvenz nicht irgendwie gerechter. Alle sind pleite und dürfen danach einen gemeinsam Neuanfang wagen – sicher zu nicht einfachen Konditionen, dennoch mit einer klaren Richtung? Vielleicht werde ich das Thema Insolvenz noch mal genauer ausbreiten. Die Insolvenz ist aber sicher die Methode, welche dem Betroffenen die besten Mittel anbietet, mit der schmerzhaften, zum Teil unheilbaren Vergangenheit aufzuräumen.

Also, kann mir nun jemand sagen, warum die Griechen ausgerechnet eine Kombination aus oben vorgestellten Wege gehen muss? Hat doch hoffentlich nichts damit zu tun, dass wir lieber die Griechen leiden lassen als unsere privaten Investoren?

Wetten auf die Pleite…

Das vielzitierte und so gute Beispiel: Darf ich mir eine Versicherung kaufen, die dann zahlt, wenn das Haus meines Nachbarn abbrennt? Falls ja, wie gross ist mein Wunsch, dass der Versicherungsfall auch tatsächlich eintritt?

Wieso werden immer noch so viele griechische Staatsanleihen gehandelt, wo doch (fast) alle Welt glaubt, dass das Land kaum in der Lage sein wird, die Schulden jemals zu begleichen?

Naja, ganz einfach, weil man sich gegen einen solchen Totalausfall tatsächlich versichern kann. Ich kaufe eine Versicherung die dann einspringt, wenn der Schuldner (also z.B. Griechenland) nicht in der Lage sein sollte, seine Schulden zu begleichen. Diese Versicherungen werden am Finanzmarkt CDS genannt – Credit Default Swaps.

Nun muss man sich das in etwa so vorstellen:

Ich kaufe mir heute eine Griechenanleihe, die bei sagen wir 40% notiert wird (also zu etwa 40% des Nominalwertes an der Börse gehandelt wird) und kaufe mir im gleichen Atemzug eine CDS Ausfallversicherung. Läuft alles gut, erhalte ich bei Fälligkeit der Anleihe 100% Nominalwert zurück. Läuft es schlecht erhalte ich den Gegenwert von der Versicherung. In beiden Fällen ein gutes Geschäft.

Ausser, die Politik setzt sich durch und beteiligt, wie so oft versprochen, die privaten Gläubiger an der Schuldenkrise in Griechenland. Aber glaubt denn jemand daran?

Ach ja, man kann sich eine solche Versicherung auch dann kaufen, wenn man selbst gar keine Anleihen besitzt (vergleiche Beispiel oben). Bin ich nun böse wenn ich behaupte, dass da einige Zocker rumlaufen, die heftig gerne sehen möchten, dass Griechenland abbrennt oder gar selbst das Feuer legen?

Woher kommt es denn..?

Schon mal überlegt, woher eigentlich unser Geld kommt. Ich meine, neben der wirklich spannenden Tatsache, dass ein Stück Papier, oder eine Zahl auf einem Kontoauszug, uns die Gewissheit vermittelt, dass es sich hier um erhebliche Werte handelt. Woher kommt denn all das Geld?

Es ist ja nicht so, dass da ein Acker, gleich neben der Zentralbank, mit kleinen Münzen bepflanzt wird um dann ein halbes Jahr später große Scheine zu ernten, die dann wieder unters Volk gebracht werden.

Ich habe das Gefühl, dass die aktuelle Schuldenkrise, oder weitverbreitet: Eurokrise, eine gute Gelegenheit gibt, sich in diese spannende Frage einzuarbeiten. Wikipedia gibt auf die Schnelle einige sehr umfangreiche Einführungen in all die geldtheoretischen Ansätze. Ich möchte hier mal versuchen unser System anhand der zur Eurorettung diskutierten Einschaltung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erklären.

Eine vorgeschlagene Massnahme ist, dass die EZB unbegrenzt Staatsanleihen abkaufen kann. Im Grunde würde ein solches System folgendermassen ablaufen. Eine Geschäftsbank kauft für eine Million Euro Französische Staatsanleihen und erhält hierauf. Im Anschluss nimmt die Bank bei der EZB einen Kredit über 750.000 Euro auf und hinterlegt als Sicherheit die vorher gekauften Staatsanleihen. Damit kauft die Bank zusätzliche Staatsanleihen, erhält weitere Zinsen und geht wieder zur EZB, um gegen die Hinterlegung der Staatsanleihen neue Kredite aufzunehmen, usw.

Somit werden aus 1 Million Euro durch ein paar Transaktionen 2 oder mehr Millionen. Die Zentralbank erschafft somit aus dem „Nichts“ neue Geldwerte. Die Bank kann diese nun, wie oben beschrieben in neue Staatsanleihen, zur Begleichung ihrer Kosten oder sonstige Geschäfte einsetzen. Und schon wird neues Geld geschaffen.

Man spricht hier oft vom Fluten der Märkte mit billigem Geld. Tatsächlich benehmen sich so die angelsächsischen Zentralbanken seit Jahren und haben somit wesentlich dazu beigetragen, dass die Geldmenge erheblich gestiegen ist.

Es bleibt den Zurückblickenden vorbehalten die Wirksamkeit und Güte des Systems zu bewerten. Tatsächlich gibt es zum Thema wahrscheinlich mehr Meinungen als zu den Frühjahrsmodeschauen in Paris.

Dennoch – hier meine 2 Cent zum Thema. Wir schaffen Geld ohne entsprechende realwirtschaftliche Gegenwerte zu haben (auch wenn die (bisher unbestätigte) Hoffnung besteht, dass durch das Geld eben diese geschaffen werden). Letztlich erhöhen wir mit diesem Vorgehen die Schulden unserer Staaten, reduzieren die Notwendigkeit, diszipliniert zu haushalten und schaffen immer mehr Geld, welches nach unserem Verständnis mit Zinsen bedacht werden muss (wobei wirklich spannend ist zu überlegen, woher die Zinszahlungen eigentlich kommen sollen?).

 

Rettungsschirme…

Herzschlagen, die Flugzeugtür steht offen. kurzes Zögern. Dann der Sprung. Freier Fall. Dann der Zug an der Reissleine. Der Schirm öffnet sich nicht. Der Puls steigt. Noch ein Zug, der Rettungschirm öffnet sich. Langsam gleitet der Springer zu Boden.

Beim Fallschirmspringen gibt es also eine eingebaute Sicherheit. Sollte der erste Schirm nicht funktionieren, greift der Zweite.

Nun ist der Eurorettungsschirm in aller Munde. Ab- und Zugestimmt wurde diesem und nun greift er also. Aber, wenn ich mir die Frage erlauben darf, war eigentlich der Hauptschirm?  Weiss das jemand?

Ich habe mit dem Eurorettungsschirm grosse Probleme. Ich bin zwar davon überzeugt, dass das Konstrukt funktionieren kann und viele der mit der Schuldenkrise verbundenen Probleme können aktiv angegangen (so wird z.B. eine Umschuldung zu relativ günstigen Konditionen ermöglicht, zudem wird Zeit gewonnen, Hausaufgaben zu erledigen und somit das Fundament nachhaltig zu stabilisieren, weiter ermöglicht der Schirm den Eintritt in eine deutlich stärker koordinierte Wirtschafts- und Finanzpolitik) werden.

Aber beim Fallschirmspringen bin ich mir der Risiken bewusst und entscheide eigenständig und auf eigene Rechung, ob ich diese Tragen möchte. Beim Eurorettungsschirm ist das jedoch völlig anders. Unsere Regierung, das Parlament und eine schier unübersichtliche Anzahl von Experten übernehmen das Eingehen der Risiken und die Risikobewertung gleich mit.

Ernsthaft, ich bezweifele laut, dass eine genügend grosse Anzahl unserer Abgeordneten genügend Expertise und Kompetenz verfügten, um eine solche Frage wirklich entscheiden zu können.

Klar, das ist bei einer Fülle anderer Themen auch so. Dennoch glaube ich, dass die Reichweite und Bedeutung dieser Entscheidung etwas Besonderes war und ist. 

Bleibt mir zuletzt noch eine Frage: Kommt der Rettungsschirm noch während wir mit unserer Euro-Schuldenkrise im freien Fall sind oder sind wir gar bereits aufgeschlagen?

Transaktionssteuer; aka Börsenumsatzsteuer

Bei meiner ersten Abrechung eines Aktienkaufes stand sie noch drauf. Neben Maklercourtage und Kommission stand da noch 2.5 Promille Börsenumsatzsteuer (bei Staatsanleihen gar nur 1 Promille). Das war, glaube ich, 1984

Mensch, ich kaufte damals eine Aktie eines australischen Goldminenbetreibers und bin noch heute fest davon überzeugt, dass ich eigentlich nur ein Schild mit der Aufschrift Goldmine kaufte. Mein Investment, immerhin 50 Mark, war nach 6 Monaten dahin. Meine Faszination für Börsen und Märkte wurde davon zum Glück nicht wirklich zurückgeworfen. Vielleicht war dieser erste Totalverlust (es folgten noch einige, was meine Kompetenz Anlageempfehlungen zu erteilen, zumindest fragwürdig erscheinen lässt) ja sogar die Ursache, dass ich dem ganzen Thema mit einer Portion gesunder Skepsis begegnete.

Zurück zur Börsenumsatzsteuer. Ja, es ist noch gar nicht lange her, da gab es in Deutschland diese Steuer. 1991 wurde sie im 1. Finanzmarkförderungsgesetzt ersatzlos gestrichen. Ich bin heute sehr überzeugt, dass dieser erste grosse Schritt zur Deregulierung des Deutschen Finanzplatzes die Tür für eine Art Kapitalismus öffnete, dem ich durchaus skeptisch gegenüberstehe.

Heute, durch die Finanzkrise verursacht, wird eine vergleichbare Steuer wieder sehr prominent diskutiert. Die Befürworter sprechen von der Notwendigkeit, den „bösen“ Spekulanten Einhalt bieten zu müssen. Ausserdem sollen die Verursacher der Finanzkrise und der damit verbundenen erheblichen staatlichen Hilfsleistungen, ihren Teil an den Kosten tragen. Na, und sicher spielt das Erschliessen einer neuen (alten) Einnahmequelle eine auch eine Rolle.

Spannend ist natürlich auch die Argumentation gegen eine solche Abgabe. Im Wesentlichen wird angeführt, dass nationale, gar regionale Lösungen nicht möglich sind sondern nur eine globale Einführung eine Wettbewerbsverzerrung verhindern würde da die Märkte automatisch zu den Orten wandern, die keine Transaktionssteuern erheben. Zudem trifft eine solche Steuer nicht nur die Banken, Fonds, Hedge Fonds und grossen Vermögensverwalter sondern eben auch die Familie Meier, deren Altersvorsorge durch eine solche Steuer nachteilig beinflusst würde.

Ich glaube nicht, dass diese Contrapositionen nachhaltig sind. So sind z.B. in England oder der Schweiz noch heute solche Steuern vorhanden und ich meine, dass beide Länder als Bank- und Finanzplatz eine beträchtliche Rolle in der Welt spielen. Private Anleger könnten von einer solchen Steuer ausgenommen werden (…die ersten 10 Transaktionen pro Jahr sind steuerfrei…), Institutionelle Anleger müssten einen minimalen Abschlag auf Ihre Renditen hinnehmen. So what? Womöglich würde sich ihr Anlageverhalten dahin ändern, dass Positionen nicht mehr nur für Sekunden, sondern mit einer gewissen Nachhaltigkeit gehalten werden, was ich wiederum durchaus positiv einschätzen möchte.

Ich für meinen Teil bin gerne bereit, die alt bekannte Zeile der Börsenumsatzsteuer (Transaktionssteuer) auf meine Börsenabrechungen wieder zu begrüssen.

Bargeld, bald nur noch Geschichte..

Mein Vater hat tatsächlich das dickste Portemonnaie der ganzen Welt (bestimmt!). Mein Vater musste beruflich immer recht grosse, regelmässige Einkäufe tätigen und erledigt solche Angelegenheiten auch heute immer in Bar.

So etwas prägt sehr. Klar, in Zeiten von Kredit- und EC Karten, Überweisungen und Online-Bezahldiensten ist der tatsächliche Bargeldbedarf im alltäglichen Leben nicht mehr von grosser Bedeutung – es geht tatsächlich sehr gut ohne. Aber ist es wirklich erstrebenswert? Ich habe immer ein gutes Gefühl, wenn ich mir aus einem Geldautomaten 100 Euro ziehe und beobachten kann, wohin mein Geld geht. Es wird weniger und weniger und spornt mich oft zur Zurückhaltung an. Die Kreditkarte schafft das bei mir nicht. Natürlich, wie eingangs erwähnt, liegt dies sicher an meiner Erziehung. Meine Kinder werden selbstverständlich mit Ihrem Telefon (oder was es auch immer bis dahin sein wird) sämtliche Geldgeschäfte erledigen und dies als das Normalste der Welt betrachten. Heute nimmt der Bargeldanteil an der gesamten Geldmenge stetig ab. Es ist eine Frage der Zeit, wann es nur noch eine kleine Nebenrolle spielen wird oder gar nur noch für Sammler von Bedeutung sein wird.

Klar, die Welt entwickelt sich weiter und es ist unser aller Pflicht diese Entwicklung positiv zu beeinflussen. Ich frage mich nur ganz praktisch, was eine Entstofflichung des Geldes für unsere Kinder bedeuten wird. Werden sie noch dieses plastische Gefühl für Geldverbrauch erleben? Ist dies überhaupt notwendig, um Verantwortungsbewusst mit Geld umgehen zu können?

Ich für meinen Teil werde meine Kleinen auf jeden Fall versuchen, den Umgang mit Geld mit Bargeld beizubringen. Vorzählen, Wegzählen, Bezahlen, Prüfen, was zurückgegeben wird, Budgetgrenzen verstehen, Budgets setzen, Budgets prüfen, Sparen… Ach, bitte schön, ohne Bargeld ist doch all dies gar nicht möglich – oder?

Ach ja, meine Geldbörse ist übrigens alles nur nicht so prall wie die meines Vaters… beult ja auch die Hosentaschen unnötig aus.

Geldwert

Ist schon komisch, da kommt ein, zugegeben hochwertiges und graphisch aufwendig aufbereitetes, Stück Papier daher. Drauf eine Zahl gedruckt und alle akzeptieren die Zahl als Geldwert. Ehrlich, so recht verstehe ich das nicht.

Der Wert unseres Geldes beruht auf Vertrauen und gesetzlichen Vorgaben. Letzteres z.B. dadurch dass der Euro in Deutschland gesetzliches Zahlungsmittel ist. Jeder (!) muss ihn annehmen und zwar zum aufgedruckten oder auf der Überweisung angegebenen Wert. Ersteres, das Vertrauen, beruht auf vielen Grundlagen. Gute Erfahrungen, unkritischer Umgang, allgemeine Akzeptanz sind einige dieser Grundlagen.

Dennoch, die Summe aller z.B. in Deutschland vorhandenen Geldmittel sind weder durch Edelmetalle (Goldstandard) noch durch sonstige Werte hinterlegt. So what?

Ist das aber nun gut oder schlecht? Ich persönlich meine, dass es durchaus nachhaltig ist, wenn die Geldmenge in einem Land oder Wirtschaftsraum durch tatsächliche Werte beträchtlich hinterlegt ist. Als Beispiele möchte ich anführen, dass es in einem solchen Konstrukt wesentlich schwerer ist, „auf Pump“ zu leben und somit nachhaltiges Wirtschaften stärker eingefordert wird. Geld kann nicht ins Endlose geschaffen werden und somit werden Spekulationen mit Geld deutlich erschwert. Letztlich weiss man, was man hat.

Geldmengenwachstum, Überinvestition, Quantitatives Wachstum, Keynesianische Wirtschaftspolitik und sicher noch ganz viele weitere Punkte sprechen für ein hinterlegungsfreies Geldsystem.

Was ist besser?


Staatsschulden als Umverteilungsmaschine

Staatsschulden erzeugen bedeutet vereinfacht gesagt, dass der Staat jemand finden muss, der ihm Geld leiht. In aller Regel sind dies Personen oder Institutionen (Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, etc.), die über entsprechende Mittel verfügen und für das Ausleihen eine Vergütung in Form von z.B. Zinsen verlangen.

Deutschland z.B. finanziert sich vorwiegend aus Krediten von Banken, Versicherungen, Pensionsfonds sowie durch am Kapitalmarkt plazierte Schuldverschreibungen. Die notwendigen Zinsen werden im Regelfall aus den üblichen Steuereinnahmen (und hoffentlich nie durch neue Schulden) geleistet. Tatsächlich ist es sogar so, dass Deutschland einen enormen, steigenden Anteil der Staatsausgaben und somit der Steuerverwendung für die Zinszahlungen auf bestehende Schulden verwendet. Es ist sicherlich eine spannende Frage in diesem Kontext, wie hoch oder vielmehr tief die Steuern sein könnten, wenn der Staat keine/geringere Zinszahlungen zuleisten hätte?

Warum aber Umverteilungsmaschine?

Alle tragen über Steuern (nicht nur Einkommenssteuer, sondern auch über Mehrwertsteuer, Kraftstoffsteuer, etc.) dazu bei, dem Staat die Mittel zu geben, um Zinsen auf ausstehende Schulden leisten zu können. Die Zinsen werden jedoch von nur wenigen Personen und Institutionen eingenommen, nämlich von jenen, die sich Staatsanleihen leisten können. Defakto eine Umverteilung nach oben.